Sind Sie in einer Sekte?

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Ich bin mir sicher, dass (fast) jede(r) von Ihnen diese Frage eindeutig verneinen wird. Schließlich würde sich ja niemand freiwillig einer Sekte anschließen, oder nicht? Allerdings – wenn man in einer Sekte ist, merkt man es nicht! Denn die Sekte erscheint einem dann „normal“ und „richtig“, während die anderen den falschen Weg gehen. Das ist in dann in etwa so wie in folgendem Witz:
 
Eine Haifischmutter schwimmt mit ihrer Tochter an einem Strand entlang. Da sieht ein Badegast die beiden und rennt in Panik aus dem Wasser an den Strand. Das Haifisch – Mädchen hat gute Augen und ruft der Mutter zu: „Mama, Mama, der Mann da ist ja ganz naß!“
 
Daher könnte es natürlich sein, daß ich selber in einer Sekte bin und es einfach nicht merke :-(((( . Ich bin nämlich evangelisch, und Martin Luther hat auch gleich dreimal den Weltuntergang prophezeit, nämlich 1532, 1538 und 1541. Wie Sie leicht in einer Google-Recherche herausfinden können, lag er "leider" daneben.
 
Was ist denn aber eigentlich nun eine Sekte? Ursprünglich kommt das Wort "Sekte" vom lateinischen "sequi" = nachfolgen, es bezeichnete eine religiöse Glaubensgemeinschaft, ohne diese zu bewerten. Im normalen Sprachgebrauch verstehen wir heute unter einer Sekte jedoch eine Abspaltung, die im Vergleich zu der Ursprungsreligion relativ klein ist. Und sie muß auch gefährlich sein, sonst spricht man nur von einer Religionsgemeinschaft.
 
Doch hier kommt der kritische Punkt: Wer definiert, was gefährlich ist? Ist es nicht auch gefährlich, an ein Gericht mit Belohnung und Bestrafung der Gläubigen nach dem Tod zu glauben? Setzt das nicht den Gläubigen unter „psychischen Druck“? Mir ist jedoch keine Religionsgemeinschaft bekannt, die nicht Elemente der Belohnung oder Bestrafung für das Fehlverhalten ihrer Mitglieder kennt. Wenn jemand also behauptet, diese oder jene Gruppe sei eine Sekte, so hängt das Ergebnis sehr von seiner persönlichen Meinung ab.
 
Meiner Meinung nach gibt es keine einzige religiöse Glaubensgemeinschaft, die bis ins allerletzte Detail vollkommen ist. Wenn man die aus christlicher Sicht bedeutendste Gruppe nimmt, nämlich Jesus und die 12 Jünger, dann sieht man, daß einer, nämlich Judas Ischarioth, auf der falschen Seite stand. Daher gibt es vermutlich auch heutzutage keine Religionsgemeinschaft, von der alle Mitglieder selig werden. Trotzdem kann es andererseits durchaus sein, daß es Gruppen gibt, von denen niemand erlöst wird, z.B. esoterische Ufo-Sekten, die im Massenselbstmord enden. Wenn jemand jedoch in einer derartigen Gruppe ist, kann er zumindest im Prinzip wieder austreten und sich bekehren, falls er nicht durch die Gruppe unter Zwang gesetzt wird.
 
Wenn Sie es erwarten, dass ich Ihnen jetzt die gefährlichsten Sekten aufzähle, dann täuschen Sie sich leider. Es ist juristisch nicht immer unproblematisch, Sekten als solche zu bezeichnen. Es gibt da natürlich Ausnahmen, so darf man etwa die japanische Aum Shinrikyo-Sekte, die am 20.März 1995 einen Giftgas-Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn verübt hat, getrost als Sekte bezeichnen. Auch die Klon-Sekte der Raelianer oder die chinesische Falungong-Sekte sind derartige Beispiele.
 
Nun möchte ich allgemein aus meiner Sichtweise etwas über Sekten sagen. Vielleicht sehen Sie das ja ganz anders, aber ich lege hier meine persönliche Auffassung dar.
Ich möchte mich hier auf christliche Sekten konzentrieren. Es gibt ja viele Religionen, z.B. den Hinduismus, den Buddhismus, das Judentum oder das Christentum. Wohl jede Religionsgemeinschaft kennt unterschiedliche Strömungen oder auch Sekten. Meine Zielgruppe in diesem Artikel sind jedoch Menschen, die spüren, dass sie mit Jesus auf dem richtigen Weg sind, aber noch nicht wissen, welcher Gruppe sie sich anschließen sollen.
 
Wenn Sie in irgendeiner Weise Probleme mit Sekten haben, beschränken Sie sich bitte nicht nur auf diese Seite. Suchen Sie Sektenberatungsstellen auf und informieren Sie sich umfassend (wobei auch Sektenbeauftragte natürlich nur fehlbare Menschen sind). Das, was ich hier schreibe, sind nur Anhaltspunkte.
 
In jedem Fall abzuraten ist von Gruppen, die geheime Lehren haben, die man (eventuell unter Strafandrohung) niemandem außerhalb der Gruppe weitersagen darf. Einerseits ist dies vollkommen unbiblisch, außerdem kann es eine ungeheure psychische Belastung darstellen. Falls die Gruppe Geld für ihre "Glaubenswahrheiten" verlangt (was bei christlichen Sekten eigentlich nie der Fall ist) sollte man ebenfalls aufpassen, da Jesus sagt: "Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst sollt ihr's weitergeben." (Matthäus 10,8)
Gefährlich ist es auch, wenn eine Gruppe ihren Mitgliedern den Umgang mit anderen Glaubensgemeinschaften verbietet, Aussteiger unter Druck setzt, oder wenn sie sich selbst als den „einzig wahren Weg“ zu Gott und alle anderen Christen als „verloren“ bezeichnet.
Auch halte ich es für kritisch, wenn Kranke nicht zum Arzt gehen dürfen oder als „nicht wirklich wahre Christen“ bezeichnet werden, wenn sie durch Beten nicht gesund werden. Gefährlich ist es auch, wenn eine Gruppe ein bestimmtes Dogma als heilsentscheidend darstellt, also als unbedingt notwendig, um selig zu werden, obwohl dies nicht in der Bibel steht. Oder wenn eine Gruppe verschiedene Bibelstellen, die keinerlei Zusammenhang miteinander haben, zu einem eigenen Weltbild vermengt und daraus z.B. einen Weltuntergangstermin berechnet. Jesus sagt hingegen, daß niemand Tag oder Stunde seiner Wiederkunft kennt, außer Gott selbst.
Manche Gruppen lehren, daß der Gläubige auf ein Mitglied der Gruppe angewiesen ist, um zu Jesus zu finden. Die Bibel lehrt jedoch, daß wir selber direkt zu Jesus beten können, ohne einen weiteren Mittler. Jesus ist der Mittler zwischen Gott und uns Menschen. 
 
Auch Neuoffenbarungen von Geistwesen jeglicher Art oder Botschaften aus dem Jenseits halte ich in aller Regel für sehr gefährlich. Oft bekennen diese Geister die allermeisten Bibelstellen, aber einige wesentliche Dinge werden "korrigiert" oder der Geist stellt sich als genauso wichtig oder gar wichtiger als Jesus Christus dar. Die Bibel warnt uns jedoch eindringlich davor, ein anderes Evangelium als das von Jesus Christus zu predigen.
 
Ich bin mir mittlerweile jedoch sicher, daß es auch in der Bibel Widersprüche und Fehler gibt. Auch Menschen, die angeblich alles glauben, was in der Bibel steht, lassen oft wesentliche Dinge wie die Liebe Gottes zu uns Menschen oder die Bedeutung der guten Werke weg. Daher können auch bibeltreue Christen zu Fundamentalisten werden und somit in die Kategorie "Sekte" gehören.
 
 
Martin Wagner, 10.8.2004, letzte Änderung am 10.7.2014

 

 

 

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