Lösung des Theodizeeproblems

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Schon seit Menschengedenken machen sich nicht nur Theologen, sondern nahezu jeder von uns Gedanken über die Frage: Wenn es wirklich einen liebenden Gott im Himmel gibt, warum läßt er dann das Leid zu? Warum gibt es Kriege, Naturkatastrophen, Hunger, Seuchen, Gewalt in den Familien und in der Gesellschaft? Wenn Gott gut und allmächtig ist - warum gibt es dann das Böse?
Diese Frage hat auch einen wissenschaftlichen Namen: Das sogenannte Theodizee-Problem. Das bedeutet „Rechtfertigung Gottes“. Nun gibt es Menschen, die diese Bezeichnung strikt ablehnen, da sie sagen: „Gott der Allmächtige hat sich nicht vor uns zu rechtfertigen, er ist heilig und ohne Sünde. Wir Menschen, seine Geschöpfe,  müssen uns vor ihm rechtfertigen, da wir laufend seine gerechten Gebote übertreten.“ Ich meine auch, daß Gott sich nicht rechtfertigen muß, aber nicht aufgrund seiner Allmacht oder weil er der Schöpfer ist, sondern wegen seiner vollkommenen Liebe!
Ich bin mittlerweile nach langem Nachdenken und intensiven Glaubenserfahrungen zur Überzeugung gelangt, dieses Problem gelöst zu haben. Etliche meiner Überlegungen haben sicher schon viele Theologen und Philosophen vor mir gehabt, aber was meines Erachtens nach neu ist ist meine Definition der "Allmacht" Gottes.
Kurz zusammengefaßt: Gott ist vollkommen und gut, er ist auch Herr über die Naturgesetze, die er erschaffen hat und in Form von Wundern aufheben kann und er ist somit allmächtig, aber er muß eine Anstrengung, eine Leistung bzw. ein Opfer erbringen, um Wunder zu tun. Zudem kämpft Gott mit seinen Engeln gegen den Teufel und die Dämonen. Der Sieg Gottes steht seit der Auferstehung Jesu fest - aber es wird noch etwas dauern, bis Satan ganz besiegt ist. Gott ist somit zwar relativ allmächtig, aber nicht absolut!
Nach diesem "Urteil" kommt nun die sehr ausführliche "Urteilsbegründung".
 
Als erstes möchte ich logisch die denkbaren Möglichkeiten des Theodizeeproblems analysieren:
1. Gott ist allmächtig, aber nicht gut.
2. Gott ist gut, aber nicht allmächtig.
3. Gott ist weder gut noch allmächtig.
4. Gott ist allmächtig und war im alten Testament grausam, aber im Neuen Testament und heute ist er gut.
5. Es gibt keinen Gott.
 
1.: Angenommen, Gott sei allmächtig, aber nicht gut: Wenn man in der Bibel liest, dann begegnet einem immer wieder die Aussage, daß Gott allmächtig ist. Insbesondere im alten Testament ist Gott JHWH (Martin Luther übersetzt JHWH bzw. Jahwe mit "der HERR") ein absoluter Herrscher, der uneingeschränkt angebetet und verehrt werden will. Das erste der zehn Gebote heißt demzufolge auch: "Ich bin JHWH, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt habe. Du sollst keine andern Götter neben mit haben." (2. Mose 20, 2-3).
Als Gott die Israeliten aus Ägypten führte, hat er in der Tat seine Allmacht bewiesen. Er hat 10 bittere Plagen über Ägypten gebracht (2. Mose 7-11) und dann das ägyptische Heer im Schilfmeer ertrinken lassen (2. Mose 14), welches sich zuvor für die Israeliten entzwei geteilt hatte, so daß sie trockenen Fußes aus der Sklaverei fliehen konnten. Ganz deutlich wird auch der Prophet Jesaja: "Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest, damit man erfahre in Ost und West, dass außer mir nichts ist. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der ich das Licht mache und schaffe die Finsternis, der ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut." (Jesaja 45, 5-7, altes Testament).
Allerdings kann man nicht behaupten, daß Gott JHWH nach unseren modernen Vorstellungen immer "gut" war. Er strafte sein Volk immer wieder drakonisch, weil sie von seinen Geboten abwichen. So mußte Mose und die Leviten 3000 Israelis umbringen, weil sie durch die Anbetung eines goldene Kalbes von seinem Gebot abgewichen waren (2. Mose 32, insbesondere die Verse 25-29). Es lassen sich im gesamten alten Testament -zig derartige Beispiele finden. Erzkonservative Christen und sogar manche Juden erklären sogar den Holocaust mit seinen 6 Millionen Opfern als das Werk Gottes, weil die Juden von seinen Geboten abgewichen waren bzw. nicht an Jesus glauben! Ich werde weiter unten erklären, warum ich das anders sehe. Zugeben muß ich jedoch, daß es in der Bibel in der Tat Stellen gibt, die diese ultraorthodoxe Auffassung zulassen. Doch - auch wenn der Holocaust meiner festen Überzeugung nach nicht Gottes Werk war: Gott JHWH verhält sich seinem Volk Israel und auch anderen Völkern gegenüber in zahlreichen Bibelversen so, daß er nach unseren modernen westlichen Maßstäben vor den internationalen Gerichtshof für Menschenrechte gestellt und zu lebenslänglicher Haft verurteilt würde. Wäre er der Vater von Kindern in Deutschland, so würde man ihm jegliches Sorgerecht entziehen und ihn wegen schwerster Kindesmißhandlung und Mord aburteilen.
Also: Wenn man es so sieht, ist Gott zwar allmächtig, aber nicht gut! Doch diese Auffassung wird der Wahrheit nur scheinbar gerecht.
 
2.: Angenommen, Gott sei gut, aber nicht allmächtig: Dafür spricht beispielsweise 1. Johannes 14,6: "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm." Oder Matthäus 5,48: "Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." Und Psalm 117 im alten Testament: "Lobet den Herrn, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker! Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Halleluja!"
Nach diesen und -zig bis Hunderten anderen Bibelstellen ist Gott gut! Aber warum gibt es dann das Böse, wenn er doch allmächtig ist?
Spötter haben schon öfter die Frage gestellt: Kann Gott einen Stein erschaffen, der so schwer ist, daß er ihn selber nicht hochheben kann? Mit solchen Fragen läßt sich Gott ad absurdum führen. Offenbar scheint Gott der Logik unterworfen zu sein! Ich möchte es mit einem Witz erläutern: Das Fritzchen kommt nach der Erdkunde-Arbeit nach Hause und betet: "Lieber Gott, bitte mach, daß die Hauptstadt von Frankreich London ist!"
Wir sehen, daß Gott nicht absolut allmächtig im wahrsten Sinne des Wortes sein kann. Nun könnte man einwenden, daß Gott es machen könne, daß Frankreich England spontan überfällt und London über Nacht zur neuen Hauptstadt macht. Bis die Lehrerin Fritzchens Erdkundearbeit korrigiert hat wäre seine Angabe somit richtig! Selbst wenn Gott wirklich so etwas machen könnte - nur wegen Fritzchens Gebet tut er es bestimmt nicht. Und würde er es tun - dann wären die eigentlich korrekten Antworten der anderen Schüler falsch.
Wenn wir Fritzchens Gebet etwas abwandeln, dann wird Gottes Ohnmacht noch deutlicher: "Lieber Gott, bitte mach, daß die Hauptstadt der DDR Hamburg war!" Gott hätte es sicher irgendwie hinbiegen können, daß Hamburg die Hauptstadt der DDR gewesen wäre - aber er hat es nicht! Gott kann also die Vergangenheit nicht ändern.
Wir sehen also, daß Gottes Allmacht ihre Grenzen hat. Doch wo sind die Grenzen? Und wer definiert sie?
Die Bibel lehrt uns an zahlreichen Stellen, daß es auch einen Teufel gibt. Dieser ehemalige Erzengel Luzifer, der mit vielen anderen Engeln einen Putsch gegen Gott gemacht hat, ist die Personifikation des Bösen. Er will, daß möglichst alle Menschen die Hölle auf Erden erleben und nach dem Tod auf ewig in die Hölle kommen. Am liebsten würde er Gott selber auf ewig quälen. Warum sich Satan für das Böse entschied weiß ich nicht - auch nicht, ob Gott das vorhersehen oder verhindern konnte. Sicher bin ich mir jedoch, daß Satan und nicht Gott für den Holocaust verantwortlich ist. Schließlich sagt Gott über die Juden: „Wer euch antastet, der tastet meinen Augapfel an.“ (Sacharia 2,12). Sollte Gott seinen eigenen Augapfel in Auschwitz millionenfach gefoltert und vergast haben? Und: Nicht nur die Juden, auch die Christen werden verfolgt! Das Christentum ist derzeit die Religion, die am meisten verfolgt wird - sowohl von Islamisten als auch in China oder Nordkorea. Und Jesus sagt auch, daß die Christen verfolgt würden, weil sie zu ihm gehören - nicht wegen Abfall vom Glauben (Matthäus 24,9). Hier ist die Verfolgung also eindeutig Satan zuzuschreiben. Sollte ein vollkommener, liebender Vater wirklich Millionen seiner geliebten Geschöpfe wegen eines unzureichend praktizierten Glaubensbekenntnisses ermorden? Ich meine, nein!
Ich möchte noch ein Erlebnis von Elie Wiesel (Betonung hinten, also Wiesél) wiedergeben, das er im KZ erlebt hat.
Im KZ wurden zwei Männer und ein Junge an einen Galgen gehängt, weil sie etwas Verbotenes getan hatten. Die Gefängnisinsassen mußten das mit ansehen. Elie Wiesel hörte einen Mann hinter sich fragen: „Wo ist Gott?“ Dann mußten die Gefangenen andere Dinge tun und nach einiger Zeit zum Galgen zurückkehren. Die beiden schweren Männer waren schon tot, aber der leichte Junge kämpfte immer noch den Todeskampf. Wieder hörte Elie Wiesel den Mann fragen: „Wo ist Gott? Wo ist er?“ Darauf hörte Wiesel eine Stimme in sich: „Dort – dort hängt er! Am Galgen!“
Auch wenn es fundamentalistische Christen anders sehen: Gott war nicht Täter, er war Opfer des Holocausts!
Doch auch schon vor dem Holocaust hat es in Europa ein einschneidendes Ereignis gegeben, das die Theodizeefrage aufflammen ließ: Das Erdbeben von Lissabon an Allerheiligen, dem 1. November 1755. Damals löste um 9:40 ein drei- bis sechsminütiges Beben der Stärke 8,5-9 auf der Richterskala 200km vor Portugals Atlantikküste eine der schlimmsten Naturkatastrophen in der europäischen Geschichte aus. Der Erdstoß zerstörte große Teile Lissabons und anderer Städte, Feuer brachen aus, die groteskerweise durch einen großen Tsunami wieder gelöscht wurden - dieser forderte jedoch noch viel mehr Todesopfer. Ironischerweise wurden die gut besuchten Kirchen in Lissabon zerstört und begruben Abertausende unter sich, während das höher gelegene Rotlichtviertel nur geringe Schäden davontrug - der Tsunami konnte ihm nichts anhaben. Selbst in Finnland war das Beben noch zu spüren! Insgesamt forderte das Beben ca. 30.000 - 100.000 Todesopfer. Theologen hatten nun das Problem, warum an einem hohen christlichen Feiertag ein christliches Land eine derartige Katastrophe erleben mußte, während die Huren verschont blieben. An Allerheiligen, dem 1.11.1755, hat Europa sein Fukushima erlebt.
 
3.: Angenommen, Gott sei weder gut noch allmächtig: Kaum ein Christ würde das wohl ernsthaft behaupten. Was hätte so ein Wesen aus dem Jenseits dann noch zu bieten um als "Gott" angebetet zu werden? Das trifft wohl nur auf Götzen zu. Ich denke es ist nicht notwendig, diese Frage weiter zu verfolgen, aber der Vollständigkeit halber habe ich sie erwähnt.
 
4. Angenommen, Gott ist allmächtig und war im alten Testament grausam, aber im Neuen Testament und heute ist er gut: In der Tat gibt es viele Menschen, die das so sehen. Doch auch die muß ich enttäuschen: Gute wie grausame Bibelstellen gibt es im alten und im neuen Testament. Und die allergrausamsten sind im allerletzten Buch der Bibel, in der Johannesoffenbarung zu finden. Da sind es dann nicht Tausende oder Millionen, sondern gleich Milliarden Menschen, die abgeschlachtet werden (Offenbarung 6,7, Offenbarung 9,15). Zudem muß man festhalten, daß im alten Testament fast gar nicht von der Hölle die Rede ist - ich kenne nur drei Stellen in Hiob 11,8, Jesaja 1,31 und Daniel 12,2 - während das Neue Testament viele -zig Höllenverse kennt.
Ist Gott also noch viel grausamer geworden?
Dem steht Jakobus 1,17 diametral entgegen: "Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis."
 
Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor.
 
Kann es sein, daß die nach Meinung Bibeltreuer Christen angeblich unfehlbare Bibel selbst Opfer des Teufels wurde? Oder woher kommen dann diese massiven Widersprüche?
 
Oder gilt Annahme 5: Es gibt keinen Gott?
Ich weiß, daß viele Menschen, insbesondere Atheisten, diese Auffassung haben. Doch nicht nur ich sondern Milliarden von Gläubigen auf der Welt haben Erfahrungen mit Gott oder zumindest ihren Göttern bzw. jenseitigen Mächten gemacht - leider auch viele mit Satan und den Dämonen. Etwa 5% aller Menschen in den Industrieländern sollen Studien zufolge Nahtodeserfahrungen oder zumindest außerkörperliche Erfahrungen erlebt haben. Ganz nebenbei - fast alle Nahtodeserfahrungen in unserem Kulturkreis beschreiben Gott als einen liebevollen und gütigen Gott. Und die Bibel - ob nun verfälscht oder nicht - enthält zahllose Prophezeiungen, die bereits eingetroffen sind und etliche die noch eintreffen sollen - das können wir zum Teil in unserem Leben überprüfen. Hochinteressant ist dazu Lukas 21, das unter anderem die Judenverfolgungen und die Wiedererrichtung des Staates Israel prophezeit - und dann:
"Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen, und das Meer und die Wassermengen werden brausen, und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen. Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum daß sich eure Erlösung naht." (Lukas 21, 25-28)
Wer einigermaßen mathematisch interessiert ist, möge auch auf folgende Links gehen, die eine frappierende Zahlensymbolik im ersten Satz der Bibel beschreiben, die mit Zufall und Wahrscheinlichkeit wohl nicht mehr erklärt werden kann:
http://www.steffen-grimm.de/zufallundseele/bibelmathematik.htm
http://www.cai.org/de/traktate/die-bibel-und-mathematik
Was immer auch hartgesottene Atheisten sagen mögen - für mich besteht an der Existenz Gottes und des Jenseits keinerlei Zweifel - obwohl ich nicht dogmatisch erzogen wurde - ich habe eigene Erfahrungen gemacht!
 
Was ist nun das Ergebnis dieser Erörterung? Wie läßt sich die Theodizeefrage lösen?
Gott ist vollkommen und gut, der Teufel versucht uns das Gegenteil einzureden, damit wir Gott und Jesus Christus hassen, was ich von Anfang 1995 bis Mitte 2003 auch getan habe, bis ich merkte, daß Gott ein liebender Vater und Jesus Christus ein liebender Erlöser ist! Ich hatte in dieser Zeit ca. 5 Stunden am Tag massive Ängste vor der Hölle, weil mir fundamentalistische bibeltreue Christen einreden wollten, daß ich und auch alle anderen Menschen die ewige Hölle verdient haben! Das konnte ich niemals anerkennen. Mitte 2003 fiel mir ein, daß Jesus selbst für seine Feinde, die ihn ans Kreuz nagelten, betete: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23,34). Seitdem habe ich keine Ängste mehr vor Gott!
 
Gott ist auch allmächtig in dem Sinne, daß er Wunder tun und Naturgesetze aufheben kann. Er muß dazu jedoch eine Kraft, eine Energie aufwenden, eine Anstrengung auf sich nehmen. Wenn nicht er, dann seine Engel oder wir Menschen. Wenn manche Menschen eine Katastrophe wie durch einen Schutzengel überstanden haben, dann fragen sich viele: Warum rettete Gott nicht alle? Nun, weil er nicht unendlich viel Kraft hat und entscheiden muß, ob sich ein Opfer lohnt oder nicht - ähnlich wie wir Menschen bei einem schweren Erdbeben oder der aktuellen Ebola-Katastrophe. Wenn Gott sich entscheidet, ein Opfer für uns zu erbringen, dann sollen wir es unbedingt annehmen, da er es nur erbringt, weil es sich lohnt. Wir dürfen aber Gott nicht in Versuchung führen - genauso wie wir nicht einfach so zum Spaß mit geschlossenen Augen über eine Autobahn gehen dürfen. Wenn wir unschuldig leiden müssen und Gott uns nicht hilft, dann können wir uns in der Regel sagen, daß Gott das Opfer für etwas Gutes verwenden kann und daß er uns im Jenseits ewig dafür belohnen wird - "Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden." (Matthäus 5, 4).
Das Gott eine Kraft aufbringen muß, um ein Wunder zu bewirken, zeigt sich auch bei der blutflüssigen Frau (Lukas 8, 43-48):
"Und eine Frau hatte den Blutfluss seit zwölf Jahren; die hatte alles, was sie zum Leben hatte, für die Ärzte aufgewandt und konnte von keinem geheilt werden. Die trat von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sogleich hörte ihr Blutfluss auf. Und Jesus fragte: Wer hat mich berührt? Als es aber alle abstritten, sprach Petrus: Meister, das Volk drängt und drückt dich. Jesus aber sprach: Es hat mich jemand berührt; denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist. Als aber die Frau sah, dass es nicht verborgen blieb, kam sie mit Zittern und fiel vor ihm nieder und verkündete vor allem Volk, warum sie ihn angerührt hatte und wie sie sogleich gesund geworden war. Er aber sprach zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden!"
Von Jesus ging also eine Kraft aus! Kann es sein, daß Gott zwar sehr viel, aber nicht unendlich viel Kraft besitzt, ähnlich einem sehr großen Akku? Und kann es sein, daß Gott sich anstrengen (leiden) muß, um auf der Erde etwas zu bewirken? Ich meine, ja!
Zudem ist es offenbar so, daß zwischen Diesseits und Jenseits eine Art Hebel ist: Das Leid in dieser Welt ist zwar schlimm, das Leid im Jenseits aber unvergleichlich viel entsetzlicher. Das Glück auf dieser Welt ist sicher schön, die Herrlichkeit im Jenseits unvergleichlich viel intensiver und dazu noch ewig! Viele Christen meinen zwar, daß die Hölle auch ewig sei, doch ich bin mittlerweile der Überzeugung, daß Gott den Willen und die Vollmacht hat, sie eines Tages zu beenden.
Auf einem Plakat, daß ich im September 2009 in Köln am Bahnhof hängen sah, sagte eine sympathisch aussehende Nonne: "Gott kann nicht alles erledigen. Für uns bleibt noch genug zu tun."
Und dann gibt es ja noch den Teufel - der wird aber eines Tages besiegt sein:
"Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und sie siegten nicht und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt bis hin zum Tod." (Offenbarung 12, 7-11).
Ich mache mal einen ganz praktischen Vergleich: Barack Obama könnte sich bequem eine arme Stadt in Afrika mit 100.000 Menschen erwählen und sie in einem Jahr in eine blühende Landschaft mit fließendem Wasser, elektrischem Strom, Satelliten-Internet und Nahrung im Überfluß verwandeln. Er könnte z.B. 100.000 Dollar pro Person investieren, das sind insgesamt 10 Milliarden Dollar! Aber er hat nicht die Macht, die ganze Welt zu retten.   
Obwohl Gott unvergleichlich viel mehr Macht hat als Barack Obama (und obwohl er auch eher den Friedensnobelpreis verdient hat), kann es sein, daß seine begrenzte Macht und dazu der Teufel sowie die Menschen, die sich für das Böse entscheiden, der Grund für das Böse auf der Welt ist. Doch die Bibel sagt sowohl im alten (z.B. Jesaja 65, 17-25) als auch im neuen Testament (z.B. Matthäus 5, 3-12  und viele andere Stellen), daß unsere Erde eines Tages durch ein perfektes Paradies, das Reich Gottes, abgelöst wird! Dann werden wir Gottes Allmacht und seine Liebe in Fülle erkennen und erleben dürfen! Unsere Aufgabe in dieser Welt ist es, unsere Mitmenschen mit Nächstenliebe zu behandeln, möglichst wenig Schuld auf uns zu laden und Vergebung von Gott bzw. Jesus Christus anzunehmen.
Und: Trotz Offenbarung 12,11 dürfen wir sicher auch Freude am Leben haben!
 
Martin Wagner, 31.10.2014, letzte Änderung am 6.11.2014
 

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